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Montevettolini
Montevettolini
Am nordwestlichen Hang des Montalbano liegt, 187 m über dem Meeresspiegel, das Dorf Montevettolini. Es wurde um das 12. Jahrhundert auf dem Gipfel des Hügels errichtet. Im 13.Jahrhundertwurde die Burg Montevettolini eine selbständige Gemeinde, unterwarf sich 1315 dem Uguccione della Faggiola und unterstand bis zum Tode von Castruccio Castracani der Herrschaft von Lucca. Im Jahre 1328 schloß es sich der Lega della Valdinievole gegen Florenz an, dem es sich bereits nach kurzer Zeit ergeben mußte. Die Medicis wählten Montevettolini als Aufenthalt für die Jagd, und Ende des 16. Jahrhunderts beauftragte Ferdinando I. die Architekten Gherardo Mechini und Domenico Marcacci mit dem Bau der imposanten Villa am westlichen Ende des Mauerrings, heute Villa Borghese. Pietro Leopoldo vereinigte in der Comunità delle Due Terre (Gemeinschaft der zwei Länder) dieVerwaltung der Gebiete von Montevettolini, der Burg von Monsummano, die bereits an Bedeutung verloren hatte, und von Monsummano Terme, welches sich in ständiger Ausdehnung befand und Verwaltungssitz war. Deutlich sichtbar sind die Spuren des Maurrings und eines der sechs Verteidigungstürme der Burg, der sogenannte Turm "dello Sprone" oder "della Murina" im Westen des Ortes. Ursprünglich gelangte man durch drei Tore in das Dorf: Das Tor "del Montaletto", es wurde 1830 zerstört, das Tor "del Cantone", das in die Medici-Villa eingefügt wurde, und das Tor "del Vicino" oder "del Malvicino", später "dei Barbacci" genannt, das als einziges vollständig erhalten ist. Im Dorf gabes zwei Oratorien, im Westen der Kirche das San Francesco gewidmete Oratorium und das Corpus Domini, auf dem Bargellini-Platz, das heute Sitz der 1863 gegründeten Philharmonischen Gesellschaft ist. In der Fassade des aus dem 13. Jahrhunderts stammenden Rathauses finden wir die Wappen des Stadtvogts und auf der rechten Seite einen antiken Wachturm, der in den Palast integriert wurde. Ein weiterer Turm aus dem Mittelalter wurde für den Glockenturm der Kirche benutzt, der im 15. Jahrhundert errichtet wurde und einen älteren Glockenturm ersetzte, der sich im Inneren des Kirchengebäudes befand. Bis zum 12. Jahrhundert stand hier statt der Kirche eine San Michele gewidmete Kapelle, die zum Pfarrbezirk von San Giovanni Battista und San Lorenzo in Vaiano gehörte. Im Laufe der Jahrhunderte erweitert, wurde sie 1449, nach Auflösung der Pfarrei von Vaiano, zur Pfarrkirche erhoben und gleichzeitig San Lorenzo gewidmet. Sein heutiges Aussehen erhielt das Gebäude während der Restaurierung im 18. Jahrhundert durch Vittorio Anastagi: im Inneren befindet sich ein Hochaltar aus mehrfarbigem Marmor von Bartolomeo Moisé da Seravezza, die Stuck-Dekorationen und Fresken aus dem Jahre 1740 sind von Felice Balsan. In der Kirche sind auch wertvolle Gemälde von fiorentinischen Meistern zu sehen: eine Madonna mit Kind und Heiligen aus der Schule des Raffaellino del Garbo, eine Madonna mit Kind und Heiligen von Piero di Cosimo, im Hochaltar die Heilige Jungfrau mit Heiligen, ein Werk von Santi di Tito. Die Darstellungen aus dem 17. Jahrhundert mit Sant 'Antonio, San Sebastiano, San Rocco, eine Heilige Jungfrau, werden Jacopo Chimenti, genannt l'Empoli, zugeschrieben, und eine Lobpreisung der Jungfrau mit Kind, ist wahrscheinlich ein Werk von Francesco Curradi. Beachtenswert ist außerdem ein großes Kruzifix aus polychromem Holz, welches auf die Zeit zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert datiert werden kann. Von Montevettolini aus gehen Trekking-Wege längs den Verbindungsstraßen zwischen den Burgen des Valdinievole und des Montalbano. Im Osten des Dorfes erhebt sich das Oratorium der Madonna della Neve, in dessen Innerem eine Freske aus dem 15. Jahrhundert mit Madonna mit Kind and Heiligen zu sehen ist. Hier wird jedes Jahr im August das "Fest der Madonna della Neve" gefeiert. In Montevettolini finden im April das "Festa della Torta" (das Torten-Fest), im Juni die "Fierucola", eine kleine Ausstellung von landwirtschaftlichen Produkten, und "La Rocca Insigne", ein Tanz und Musik-Festival, statt. Alle drei Jahre kann man am Karfreitag an der weihevollen "Processione del Gesù Morto" (Prozession des Toten Jesus) teilnehmen, welche seit dem 16. Jahrhundert mit Hunderten von Personen in Kostümen Christus' Leidensweg und seinen Gang nach Golgatha darstellt. Eine weitere Prozession in Kostümen, "del Ringraziamento" ("der Danksagung"), findet am Dienstag nach Ostern statt.